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Palais des Congrès, Conference Centre, Swimming Pool, Max Schlup, Biel/Bienne, 1961-1965, © Karin Bürki/Heartbrut, Swiss Brutalism. Explore more on Heartbrut.com

Palais des Congrès

Picture of Words & Photography: Karin Bürki

Text & Bilder: Karin Bürki

Brasilià in Biel/Bienne

Das monumentale architektonische Ausrufezeichen von Max Schlup brachte einen Hauch von Internationalem Stil in die zweisprachige Uhrmarcherstadt am Jurasüdfuss. Inspiriert von den Glas-und Stahltempeln Mies van der Rohes in den USA und Oscar Niemeyers kurvigen Verwaltungsgebäuden für die neu gebaute brasilianische Hauptstadt, besteht das Kongress-und Verwaltungszentrum aus einem 14-stöckigen Büroturm und zwei separaten Gebäuden. Eines davon ist mit einem 825m2 grossen Konzertsaal und einem Hallenbad ausgestattet. Damit bietet sich die seltene Gelegenheit, eine kulturelle Veranstaltung mit einem Schwumm an einem Ort zu verbinden. Das markant geschwungene Dach zählte bei der Einweihung zu den grössten in Europa. Im dritten Gebäude befinden sich verschiedene kleinere Säle und Räume für Workshops und Seminare.

Das Kongresshaus verkörpert den vorwärtsschauenden Optimismus und unerschüttlichen Glauben an den technologischen Fortschritt, der die Schweiz während der Wirtschaftsboomjahre der 1960er Jahre prägte. Das Palais ist in seiner Art und Dimension in unserem Land einzigartig.
Das Kongresshaus spiegelt den technokratischen und industriellen Ansatz einer Gruppe junger Architekten am Jurasüdfuss in der Nachkriegszeit wider. Zu dieser Gruppe, die als Solothurner Schule bekannt wurde, gehörten Max Schlup, Fritz Haller, Hans Zaugg, Franz Füegg und Alfons Barth. Obwohl sie unabhängig voneinander arbeiteten, waren sie alle grosse Fans von Mies van der Rohe und setzten auf Vorfabrikation und Modulbauweise. Ihre bevorzugten Baumaterialien waren Glas, Stahl und Beton. Die charakteristischen Stahlskelettbauten der Gruppe prägten die Schweizer Nachkriegsarchitektur. Den nachhaltigsten Einfluss übte jedoch das modulare Einrichtungssystem von Fritz Haller aus. Besser bekannt unter dem Namen USM Haller gehört es bis heute zur Grundausstattung in Schweizer Büros.
Palais des Congrès, Conference Centre, Swimming Pool, Max Schlup, Biel/Bienne, 1961-1965, © Karin Bürki/Heartbrut, Swiss Brutalism. Explore more on Heartbrut.com

© Karin Bürki/Heartbrut

© Karin Bürki/Heartbrut

Neumarkt Brugg, Shopping Centre, Office Tower, Gabriel Droz, Brugg, 1971-1976, © Karin Bürki/Heartbrut, Swiss Brutalism. Explore more on Heartbrut.com
Flamatt II, Atelier 5, Wünnewil-Flamatt, Canton of Fribourg 1961. A Swiss pioneer of brutalist architecture © Karin Bürki. Explore more on Heartbrut.com
Goetheanum, Rudolf Steiner, Dornach, 1924-1928, Swiss Brutalism, © Karin Bürki/Heartbrut. Explore more on Heartbrut.com
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