Palais des Congrès, Max Schlup, Biel/Bienne, 1961-1966, Canton of Bern, Brutalism, Béton Brut © Karin Bürki / HEARTBRUT

PALAIS DES CONGRÈS

Konferenz- und Verwaltungszentrum, Hallenbad, Max Schlup, Biel/Bienne, BE, 1961-1966

© Bilder & Text: Karin Bürki / HEARTBRUT

Brasilia in Biel/Bienne

Das imposante architektonische Ausrufezeichen von Max Schlup brachte einen Hauch von Internationalem Stil und Grossstadt in die zweisprachige Uhrmarcherstadt am Jurasüdfuss. Die amerikanischen Glas-und Stahltempel Mies van der Rohes ebenso zitierend wie Oscar Niemeyers kurvige Verwaltungsgebäude für die brasilianische Hauptstadt, umfasst das Zentrum einen 14-stöckigen Büroturm und einen separaten Trakt mit einem freistehenden, geschwungenen Dach. Dieses gehörte bei der Einweihung zu den grössten seiner Art in Europa. Mit der 825m2 grossen Konzerthalle und dem Hallenbad erhalten Besucherinnen und Besucher die rare Gelegenheit, eine kulturelle Veranstaltung mit einem Schwumm an ein und demselben Ort zu verbinden. Ein dritter Gebäudeteil enthält diverse kleinere Säle und Räumlichkeiten für Workshops und Seminare. Das Kongresshaus verkörpert den vorwärtsschauenden Optimismus und unerschüttlichen Glauben an den technologischen Fortschritt, der die Schweiz während der Hochkonjunktur in den Sechzigerjahren prägte. Gleichwohl sucht der modernistische Palais sowohl in der Dimension als auch in der Geste seinesgleichen im helvetischen Architektur-Kosmos.

Das Kongresshaus steht repräsentativ für den technokratischen und industriellen Zugang einer Gruppe junger Architekten am Jurasüdfuss. Zur «Solothurner Schule» zählten Max Schlup, Fritz Haller, Hans Zaugg, Franz Füegg und Alfons Barth. Obwohl alle unabhängig voneinander tätig waren, entpuppte sich jeder als grosser Fan von Mies van der Rohe, Elementebau und Modularsystemen. Glas, Stahl und Beton gehörten zu den bevorzugten Baumaterialien. Mit ihren charakteristischen Stahlgerüstkonstruktionen übte die Gruppe einen grossen Einfluss auf die Schweizer Nachkriegsarchitektur aus. Schliesslich war es aber nicht die Architektur, die den prägendsten Eindruck hinterliess, sondern Fritz Hallers modulare Möbelsysteme. Besser bekannt unter USM Haller, gehören die Schränke und Sideboards auch heute noch standardmässig zur Büroausstattung in der Schweiz.

Palais des Congrès, Max Schlup, Biel/Bienne, 1961-1966, Canton of Bern, Brutalism, Béton Brut © Karin Bürki / HEARTBRUT
Palais des Congrès, Max Schlup, Biel/Bienne, 1961-1966, Canton of Bern, Brutalism, Béton Brut © Karin Bürki / HEARTBRUT
Palais des Congrès, Max Schlup, Biel/Bienne, 1961-1966, Canton of Bern, Brutalism, Béton Brut © Karin Bürki / HEARTBRUT
Palais des Congrès, Max Schlup, Biel/Bienne, 1961-1966, Canton of Bern, Brutalism, Béton Brut © Karin Bürki / HEARTBRUT
Palais des Congrès, Max Schlup, Biel/Bienne, 1961-1966, Canton of Bern, Brutalism, Béton Brut © Karin Bürki / HEARTBRUT
Palais des Congrès, Max Schlup, Biel/Bienne, 1961-1966, Canton of Bern, Brutalism, Béton Brut © Karin Bürki / HEARTBRUT
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