Brutalistische Entdeckungsreise durch die Schweiz: Carte Brute Feature, Programmzeitung Basel, 2021. Explore more on Heartbrut.com

Programmzeitung Basel

Print Feature

Brutalistische Entdeckungsreise durch die Schweiz

Die Carte Brute lädt dazu ein, die 50 wichtigsten Schweizer Sichtbeton-Bauten kennen und schätzen zu lernen

Sichtbeton-Architektur ist in der Schweiz omnipräsent. Sie ist Teil unseres Alltags und gehört zum Kulturgut wie Musik und Kunst. Trotzdem hat sie einen schlechten Ruf. Brutalistische Bauten aus den 60er- und 70er-Jahren gelten vielfach immer noch als «Monster». Das will die Carte Brute ändern: Der doppelseitige Faltführer im A1-Format regt dazu an, die Béton-brut-Landschaft der Schweiz neu zu entdecken. Vorgestellt werden 50 Betonbau-Ikonen von den Anfängen bis zur Gegenwart quer durch alle Landesteile.

Dabei ist die Region Basel aussergewöhnlich gut vertreten. Beschrieben wird beispielsweise die Basler Antoniuskirche, die von 1925 bis 1927 vom Architekten Karl Moser als erster reiner Betonsakralbau der Schweiz errichtet wurde. Das kam damals nicht bei allen gut an: So wurde das Gebäude in den Anfangsjahren auch spöttisch als «Seelensilo» bezeichnet. Ein Höhepunkt der Nachkriegsarchitektur ist die Maurerhalle der allgemeinen Berufsschule Basel, die von 1956 bis 1961 entstand. Die Halle wurde von Hermann Baur zusammen mit weiteren Architekten entworfen. Sie erinnert mit ihren geometrischen Formen ein bisschen an Origami, hat aber die Dimensionen eines Kirchenschiffs. Ebenfalls ein Klassiker ist das Neumatt-Schulhaus in Aesch. Es wurde von Walter Förderer, Rolf Otto und Hans Zwimpfer von 1959 bis 1962 erbaut: Imposant ist die offene Treppenanlage im Innern, um die herum die einzelnen Schulzimmer angeordnet sind. Noch in den 80er-Jahren zog die Anlage regelmässig Architekturstudierende an. All das macht die Carte Brute sichtbar, die letztes Jahr von «Heartbrut» herausgegeben wurde: Das ist einerseits eine Online-Plattform, die über Brutalismus in der Schweiz informiert und ihn dokumentiert. Andererseits gibt «Heartbrut» auch immer wieder Print-Editionen heraus. Kreativer Kopf und Gründerin ist die Zürcher Autorin und Fotografin Karin Bürki, die ganz nach dem Motto «Keep it brut & beautiful»

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