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Mini-Manhattan auf Zürcher Art 

Die vier markanten Hardau-Türme brachten als Erste echte Grossstadt-Vibes in die Zürcher Skyline, die in den Siebzigerjahren noch weitgehend ungetrübt von grossflächigen Hochhausüberbauungen war. Die von der Stadt als innovative Lösung zum Problem der wachsenden Anzahl von Alleinstehenden und Pensionären in Auftrag gegebene Siedlung wurde vom lokal-ansässigen Architekten Max P. Kollbrunner realisiert. Sie umfasst neben den Türmen, die alle von leicht unterschiedlicher Höhe sind, auch mehrere Blöcke, eine Schule, Gemeinschaftsräume und eine Tankstelle. 

Kollbrunners smarteste Design-Lösung war zweifellos der Einsatz von pigmentiertem Beton mit rauem, scharrierten Finish. Er gab der Hardau nicht nur ihr Markenzeichen, sondern signalisierte eine hoch willkommene Abkehr vom Getto-Grau, in dem die überwiegende Mehrzahl der Betonsiedlungen um die Mitte der Siebzigerjahre immer noch gefangen war. Die Farbtöne changieren von dunklem Weinrot an Regentagen bis hin zu einem pudrigen Ocker, wenn die Sonne brennt, was der Siedlung einen Hauch von mediterraner Leichtigkeit verleiht. Kollbrunners Kombination aus Manhattan und pragmatischer Schweizer Schule beweist, das städtische Beton-Überbauungen den Zeiten und Trends mit robuster Bravour trotzen können.

Der Schottenbau war ursprünglich für Alleinstehende und ältere Paare konzipiert, da damals die Stadt Hochhäuser als «nicht geeignet für Familien und Kinder» betrachtete. Nach einer schlechteren Phase in den Achtzigern und Neunzigern ging es mit der Siedlung diesseits der Jahrtausendwende dank diversen Aufwertungsprogrammen wieder aufwärts. 2007 wurden im Zuge einer umfassenden Sanierung die 2 1/2 Zimmerwohnungen der oberen Stockwerke zu grösseren Einheiten zusammengefügt. Heute ist die Hardau wieder hip. Sie ist das Zuhause eines vielschichtigen Mietermixes, der von Familien, Arbeiterinnen und Angestellten bis zu jungen Kreativen und Pensionären reicht.

Hardau, Zurich, 1978, Brutalism, © Karin Bürki. Explore more on Heartbrut.com
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Hardau, Zurich, 1978, Brutalism, © Karin Bürki. Explore more on Heartbrut.com

© Karin Bürki/Heartbrut

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