Man könnte es leicht für den futuristischen Tempel einer fernen Gottheit halten. Doch das ausserirdisch anmutende Ferrohaus ist im Grunde nichts anderes als die zur Tugend gemachte Not: Das schwedische Metallunternehmen Ferrolegeringar beauftragte den Architekten Justus Dahinden mit der Gestaltung seines neuen Hauptsitzes. Die Herausforderung bestand darin, dass die Bauvorschriften die Rücksetzung der obersten Stockwerke vorschrieben. Als Antwort darauf schuf Dahinden die ikonische Pyramidenform. Die Verkleidung aus Cor-Ten-Stahl verweist auf das Tätigkeitsfeld des Unternehmens.
Die Nachkriegs-Ikone war Teil einer umfassenden Neugestaltung des rechten Zürichseeufers in den 1960er Jahren und wurde 2021 unter Denkmalschutz gestellt. Nachdem sie von 1993 bis 2025 eine private Schönheitsklinik beherbergte, unterzieht sich die Pyramide derzeit selbst einem sanften Facelifting, um sich für ihre nächste Reinkarnation fit zu machen. Was auch immer das sein mag - die Pyramide bleibt eines der futuristischsten Gebäude Zürichs.
Und was hat die Pyramide mit Brutalismus zu tun? Im Prinzip nicht viel. Aber angenommen, sie wäre aus Beton, würde sie alle Kriterien erfüllen. Also erklären wir die Pyramide zur brutalistischen Schwester im Geiste.



