Pädagogische Maturitätsschule Kreuzlingen, Esther + Rudolf Guyer, Kreuzlingen, 1972 I © HEARTBRUT / Karin Hunter Bürki

PÄDAGOGISCHE MATURITÄTSSCHULE KREUZLINGEN

(PMS Kreuzlingen) Esther + Rudolf Guyer, Kreuzlingen, Kanton Thurgau 1969-1972

© Bilder & Text: Karin Bürki / HEARTBRUT

Nordafrikanische Wüstenfestung trifft auf Sechzigerjahre Pop-Art-Ästhetik in dieser wegweisenden brutalistischen Schulanlage des Schweizer Architekten-Ehepaars Esther + Rudolf Guyer

Diese Beton-Oase in der der Schweizer Grenzstadt Kreuzlingen (Deutschland und der Bodensee sind nur einen Katzensprung entfernt) sollte am besten an einem heissen Sommertag besucht werden, wenn sich die Architektur auf der Oberfläche des zentralen Beckens in funkelnde Abstraktionen auflöst und harsche Schatten für dramatische Effekte sorgen. Drei Trakte sind um einen grossen Hauptplatz organisiert, der den Studierenden eine grossartige, offene Bühne bietet. Für die Anlage entwickelte das Architektenpaar eigens eine speziell pigmentierte Betonmischung und wählte einen rauen, scharrierten Finish. Die erdigen, lehmzigelfarbigen Töne und die reduzierte Architektur zitieren befestigte Städte Nordafrikas, während die Kandelaber und die zwei Brunnen-Skulpturen mit ihren Pop-Art und Space-Age Referenzen dem damaligen Zeitgeist Tribut zollen.

Das Thema wird auch in den Innenräumen weitergezogen, wo materielle Enthaltsamkeit und braunrote Töne an einen reformierten Gemeindesaal gemahnen, während die fest eingebauten Armaturen mit ihrem spritzigen Orange Jugendlichkeit und futuristische Aufbruchsstimmung signalisieren. Im Musik-Trakt schliesslich bewegen sich die Dinge auf einer ganz eigenen Ebene. Die Klassenzimmer heissen «Ort der Ironie» oder «Ort der Irrationalität». Die Schule des Brutalismus’ hört nie auf, das Bewusstsein zu erweitern.

Die pädagogische Maturitätsschule Kreuzlingen gilt as eine der wichtigsten brutalistischen Bildungsstätten der Schweiz und inspirierte eine ganze Reihe ähnlich gestalteter Objekte in den Siebzigerjahren. Dass die Anlage über die Jahre hinweg Top-Noten und viel Zuneigung von Seiten der Lernenden und Lehrenden erhält, gilt jedoch als ungewöhnlich für einen Nachkriegsbetonbau. Eine kürzlich erfolgte sanfte Sanierung sorgt für den Forterhalt des Top-Rankings.

University of Teacher Education Thurgau (PHTG), Esther + Rudolf Guyer, Kreuzlingen, 1972 I © HEARTBRUT / Karin Hunter Bürki
University of Teacher Education Thurgau (PHTG), Esther + Rudolf Guyer, Kreuzlingen, 1972 I © HEARTBRUT / Karin Hunter Bürki
University of Teacher Education Thurgau (PHTG), Esther + Rudolf Guyer, Kreuzlingen, 1972 I © HEARTBRUT / Karin Hunter Bürki
University of Teacher Education Thurgau (PHTG), Esther + Rudolf Guyer, Kreuzlingen, 1972 I © HEARTBRUT / Karin Hunter Bürki
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University of Teacher Education Thurgau (PHTG), Esther + Rudolf Guyer, Kreuzlingen, 1972 I © HEARTBRUT / Karin Hunter Bürki
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